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Was versteht man unter Behavioral Economics?

Der Begriff Behavioral Economics lässt sich im Deutschen mit Verhaltensökonomik übersetzen und kann als Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften betrachtet werden. Zugleich spielen hier aber auch psychologische Kenntnisse und Methoden eine wesentliche Rolle, weshalb Behavioral Economics unter anderem auch im Fernstudium Psychologie auf dem Studienplan auftauchen können. Gewissermaßen handelt es sich dabei folglich um einen Teilbereich der Wirtschaftspsychologie, die vielfach auch Stoff für eigenständige Studiengänge liefert. Grundsätzlich geht es in der Verhaltensökonomik um das menschliche Verhalten im ökonomischen Kontext.

Der Schwerpunkt der Verhaltensökonomik liegt dabei bei dem zum sogenannten Homo oeconomicus konträren Verhalten. Das Modell des Homo oeconomicus geht von einem rationalen Nutzenmaximierer aus. Immer wieder ergeben sich Konstellationen, in denen sich der Mensch jedoch im Widerspruch zu diesem Modell verhält. Auch der Bereich Behavioral Finance beschäftigt sich mit derartigen Phänomenen, denn in der verhaltensorientierten Finanzmarkttheorie steht vermeintlich irrationales Verhalten auf den Kapital- und Finanzmärkten im Vordergrund.

Behavioral Finance als Teilgebiet der Verhaltensökonomik

Ein besonders spannendes Feld ist ohne Frage der Bereich Behavioral Finance. Wer sich beispielsweise für die Börse interessiert, weiß um die zum Teil auf den ersten Blick irrationalen Reaktionen der Märkte auf aktuelle Begebenheiten aus dem Zeitgeschehen. Will man hier hinter die Fassade blicken und ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise der Kapital- und Finanzmärkte entwickeln, ist eine Auseinandersetzung mit verhaltensorientierten Finanzmarkttheorien unausweichlich. Die Behavioral Finance wird zuweilen auch als Psychologie der Anleger bezeichnet und steht dem rational handelnden und allwissenden Homo oeconomicus gegenüber. Sie verabschiedet sich folglich von dem theoretischen Modell und geht stattdessen auf tatsächliche Anlageentscheidungen und ihre Entstehung ein. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den typischen Fehlern der Anleger, die sich immer wieder wiederholen.

Die Behavioral Finance beschäftigt sich mit verschiedenen Themen und geht in besonderem Maße auf Verlustängste sowie das sogenannte Spatz-in-der-Hand-Paradox ein. Im Laufe der Zeit haben sich im Bereich der Verhaltensökonomik verschiedene Theorien und Modelle entwickelt, die sich vorrangig mit Anomalien befassen, die an den Märkten beobachtet wurden. Dabei kann es sich unter anderem um die folgenden Anomalien handeln:

  • Endowment-Effekt
    Der Endowment-Effekt beschreibt eine Theorie der Verhaltensökonomik, die davon ausgeht, dass Menschen ein Gut höherwertiger einschätzen, wenn sich dieses in ihrem Besitz befindet.
  • Geldwertillusion
    Die Geldwertillusion beschreibt eine Situation, in der die Wirtschaftssubjekte annahmen, das Geld habe seinen Wert beibehalten. Dabei handelt es sich jedoch um eine Illusion infolge der Nichtwahrnehmung der Inflation.
  • Equity Premium Puzzle
    In Zusammenhang mit dem Equity Premium Puzzle ist mitunter auch vom Wertpapieraufschlagsrätsel die Rede. Dabei geht es um die unverhältnismäßig große Differenz hinsichtlich der Renditen von relativ sicheren und riskanteren Wertpapieren.

Die Behavioral Finance wird ebenso wie die Verhaltensökonomik eindeutig den Wirtschaftswissenschaften zugeordnet, doch die psychologischen Aspekte dieser Disziplinen dürfen dennoch nicht außer Acht gelassen werden. Wer sich genau auf diesen Bereich spezialisieren will und beispielsweise während seiner beruflichen Tätigkeit die interdisziplinären Zusammenhänge erkannt hat, liegt zuweilen mit einem berufsbegleitenden goldrichtig. Währenddessen kann man neben dem Beruf einen akademischen Grad anstreben und erwirbt zugleich fundierte Kenntnisse aus der Psychologie sowie aus den Wirtschaftswissenschaften. Insbesondere wenn es um eine vielversprechende Karriere im Bereich Behavioral Finance geht, erscheint dies als ideale Lösung.

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